Filmreihe

13. März–22. April

LOST? – Das Kino von David Lynch.

David Lynch interpretiert den American Dream neu. Träume von Sicherheit, Wohlstand, Vorstadthäusern und Lattenzäunen setzt er einem Erdbeben von Flucht, Gefahr, Sex, Missbrauch, Scham und Tod aus. In den Löchern, die sich dabei am Boden wie Portale auftun, gräbt er unermüdlich nach alternativen Existenzen, zersplitterten Identitäten, Doppelgängern, surrealen Vexierspielen oder fantastischen Utopien. 

Seine Erzählstränge bindet er zu seltsamen Schleifen in rückgekoppelten Systemen, um diesen Phänomenen auf die Spur zu kommen. Er führt uns in seine höchst eigenwilligen „Rabbit Holes,“ um die dunklen Schattenseiten des Menschseins und vielleicht auch seine eigenen Ängste zu ergründen. Dabei experimentiert er mit Pulp-Noir, Seifenoper, Camp-Comedy, grellem Kitsch, kultischen Anspielungen oder übernatürlichem Horror und erweckt eine verdrängte Welt mit einem solchen Reichtum zum Leben, dass jeder Film für jeden eine völlig andere unvergleichliche Offenbarung wird.

Lynch arbeitet ebenso aus dem dunklen Herzen Amerikas heraus wie aus dem Epizentrum des Mediums: Sein Gespür für das Ineinandergreifen von Ton und Bild, für den Rhythmus von Sprache und Bewegung, für Raum, Farbe, Musik und Atmosphäre macht ihn zu einem der einflussreichsten Regisseure seiner Generation. Er hinterlässt eine unvergleichliche Spur im amerikanischen Kino: von seinen Anfängen als Kunststudent, der experimentelle Kurzfilme drehte, über die Kult-Erfolge einer Reihe preisgekrönter Filme wie Blue Velvet, Wild at Heart oder Mulholland Drive bis hin zur bahnbrechenden TV-Serie Twin Peaks.

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